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ESTERA MILMAN GESTORBEN

Von Mica Pollock

Publiziert in: Boston Globe on Feb 11, 2021

Estera Milman

Estera Milman, Kunsthistorikerin, Kuratorin und Erforscherin der Avantgarde, starb am 27. Januar 2021 in Boston. Milman erwarb ihren BFA an der Rhode Island School of Design und ihren MFA an der University of Iowa (UI) in Fotografie/Fotomedien, historischer Kritik und Theorie. Anschließend gründete sie 1982 Alternative Traditions in the Contemporary Arts (ATCA) an der UI, während sie gleichzeitig am Stanley Museum of Art kuratierte und an der School of Art and Art History unterrichtete. ATCA ist in der UI Library, Special Collections, untergebracht und widmet sich dem Sammeln, Interpretieren und Ausstellen bahnbrechender, innovativer Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg Individual ATCA Collections. Unter der Leitung von Milman schuf das ATCA einen intellektuellen und institutionellen Raum, um sich mit den herausfordernden Ideen von Künstlern auseinanderzusetzen, die oft außerhalb des "Mainstreams" der populär gefeierten Kunst standen. Zu einer Zeit, als nur wenige Museen bereit waren, Ephemera, Performance-Relikte, Artefakte und dazugehörige Künstlerpapiere zu zeigen, geschweige denn zu sammeln, widmete Milman ihre berufliche Karriere der Schaffung eines institutionellen Rahmens zur Unterstützung von Kunst, die den Markt herausfordert, es wagt, unsere Sensibilität zu erweitern und eine gerechte Welt fordert. Sie war den Idealen der menschlichen Gleichheit und der Kunst als politischem Mittel gegen Selbstgefälligkeit und Elitedenken zutiefst verpflichtet. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen, erhielt zahlreiche NEA- und NEH-Stipendien und Auszeichnungen und nutzte das Internet und den Galerieraum innovativ, um die Parameter dessen, was Museen werden könnten, zu verschieben milman-interarts.)

Milman hinterlässt zwei liebevolle Töchter, Mica Pollock und Nira Pollock, und deren Familien, sowie die Familien von Carlyn und Michael Foster, Kinder des zweiten Ehemanns Stephen Foster. Ihre Schwestern, Isa Milman und Sepora Jacobson, und deren Kinder trauern um sie.

Ein Gedenkgottesdienst wird diesen Sommer stattfinden.

Nach dem Holocaust in einem Displaced Persons Camp geboren, kam Milman 1950 als Flüchtlingskind in die USA und blieb eine glühende Verfechterin der Menschenrechte. Die Familie bittet um Spenden in ihrem Namen an
a) support humane immigration policy work at Alliance San Diego or
b) support refugee legal assistance, which supported Milman’s own entry.

WERKE von Estera Milman:

Notes on the aestehtics of doom 1995
Boris Lurie: Knives in Cement and Other Selected Constructions, exhibition, Iowa City 1999
Knives in Cement and other selected constructions by Boris Lurie 1999
ONE-on-ONE, Dialogue with Boris Lurie, video, New York 2000
"NO!art" and the aesthetics of doom 2001
NO!art and the aesthetics of doom, exhibition, Evanston 2001
NO!art and the aesthetics of doom, exhibition, Iowa City 2002
Pop, junk culture, assemblage, and the new vulgarians 2004

Rezension zu Estera Milman:

Brendan Wolfe: Is the UI trying to censor this woman? 2000

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