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BORIS LURIE, NO!art IN BUCHENWALD

Rezension von Walter Kuhl

Publiziert in: Radio Darmstadt, 12. und 13. April 2004

Einleitung: Jingle Alltag und Geschichte
Vor fünf Jahren, vom Dezember 1998 bis zum Mai 1999, wurden in der Gedenkstätte des KZ Buchenwald Werke des NO!art–Künstlers Boris Lurie aus den Jahren 1946 bis 1998 ausgestellt.
Boris Lurie wurde 1924 in Leningrad geboren, seine Familie siedelte bald darauf nach Riga um. Nachdem deutsche Truppen das Baltikum im Sommer 1941 überfallen und besetzt hatten, wurde er gefangen genommen und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. 1945 ist Boris Lurie in einem Außenlager des KZ Buchenwald in Magdeburg befreit worden.
Boris Lurie wanderte 1946 mit seinem Vater in die USA aus. Mit den Mitteln der klassischen Ölmalerei versuchte er, seine KZ–Erfahrungen zu verarbeiten. Seine Bilder verweigerten sich von Anfang an dem konsumierbaren Kunstbetrieb. Aus dieser Verweigerung wurde ein Programm: Boris Lurie schuf zusammen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern die NO!art–Bewegung. Kunst ist Kunst, und Geld ist Geld. Kunst, die sich verkauft und der Konsumierbarkeit anpaßt, ist keine Kunst. NO!art steht für die Verweigerung, die Nichtanpassung an Marktzwänge.
Entsprechend reagierte der kommerzialisierte Kunstbetrieb mit Nichtbeachtung. Und dennoch ist es keinesfalls erstaunlich, daß die sperrigen Bilder, die sich der Vereinnahmung widersetzen, ausgerechnet im ehemaligen KZ Buchenwald ausgestellt worden sind. Im vergangenen Herbst wurden die in Buchenwald ausgestellten Werke von Boris Lurie zusammen mit Texten des Künstlers aus den vergangenen fünf Jahrzehnten als nachträglicher Ausstellungs–Katalog herausgegeben. Der Band ist unter dem Titel "Boris Lurie, Geschriebigtes-Gedichtigtes, NO!art in Buchenwald" im Eckhart Holzboog Verlag erschienen.
In meiner heutigen Sendung möchte ich ein wenig mehr auf den Künstler, die NO!art–Bewegung und den Rahmen dieser Ausstellung im ehemaligen KZ Buchenwald eingehen. Die thematische Behandlung des Nationalsozialismus und seiner mörderischen Folgen wirft zudem immer auch die Frage nach der angemessenen musikalischen Begleitung oder Untermalung auf. Nun ist weder Trauermusik, noch Klassik oder Jazz, und auch nicht Klezmer mein Fall. Ich habe mich dafür entschieden, die musikalischen Intermezzi meines Textes mit Trommelmusik zu bestreiten. Es handelt sich hierbei um eine Studiosession für das Album Hái der Gruppe Creatures.
Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt begrüßt euch Walter Kuhl.

Zerstückelte Frauen – nacktes Entsetzen
Boris Luries Bilder sind anstößig, ein Verstoß gegen die guten Sitten und den wie auch immer definierten guten Geschmack. Der Publizist und Filmemacher Rudij Bergmann nennt das Beispiel des zwischen 1959 und 1964 entstandenen Bildes Saturation Paintings:

Schwarz-weiss-Fotos und Zeitungsausschnitte formal streng auf die Leinwand collagiert. Im Zentrum ein bekanntes Foto; Buchenwald–Häftlinge am Stacheldraht wohl auf ihre Befreiung wartend. Gespenstergestalten zwischen Lebenserwartung und Gebrochensein. Umrahmt, als wär's ein Ornament, von einer Fotoserie, die ein Pin–up–Girl in verschiedenen eindeutigen Posen zeigt, deren Versprechungen nichts zu wünschen übrig lassen.

Die Schönen und die Nackten, die Vergasten und die Entkommenen hat Boris Lurie, der Überlebende eines Aussenlagers von Buchenwald, auf den schmerz– und lustvollen Nenner Leben gebracht. Das Entsetzen gepaart mit dem Prallen, die Lust mit dem Grauen; so entstanden Bildwerke gegen ein Vergessen, das sich weder vereinnahmen lässt noch zum Wegschauen legitimiert. [...]

Und vieles von dem, was er seit den fünfziger Jahren bis 1998 schuf [...], trampelt nicht nur den Zartfühlenden im Kunstbetrieb auf den Nerven herum, es wird auch jenen zu schaffen machen, deren Schicksal hier Kunst–Gegenstand ist. Aber eben nicht in der gewohnt würdigen bis ritualisierten Denkweise, sondern im Spannungsfeld voyeuristischer Lust und blankem Entsetzen.

Nicht selten sind des Künstlers gewagte Kombinationen von Leichenbergen und alle Männerphantasien bedienenden nackten Schönheiten als Tarnkappen obsessiver Frauenfeind-lichkeit gewertet worden. Das liegt ebenso nahe wie es zu kurz greift. [... Das] ist auch dann zu simpel, wenn wir dem Künstler als Mann nicht bloss die edelsten Motive unterstellen. [...]

Das nur schwer Ertragbare hat seinen Ursprung in der Wut der Verzweiflung des Boris Lurie, dessen Mutter und Schwester von jenen verschleppt und ermordet wurden, die man so ungenau Nazis nennt. [1]
Der Mitherausgeber des Bandes Dietmar Kirves fragte den Künstler nach seiner Motivation:

Hattest du etwas dagegen, dass die Frauen die Soldaten auf die Welt warfen? Oder warum zerstückelst Du Frauenleiber auf der Leinwand?
Dazu Boris Lurie: Es war meine Reaktion auf New York und auf Amerika. Fette und zerstückelte Weiber. Fett und doch zerstückelt. All das nach dem Hunger und Krieg in Europa. Ganz sicher sind in diesen Bildern vielleicht auch Spuren der Rigaer Rumbula–Massengräber zu finden, wo Zehntausende erschossen wurden. [2]
Boris Lurie begreift sich als kunstrevolutionär gesellschaftskritisch. Und so fährt er fort: Der Sklave hat nichts zu verlieren als seine Ketten! Von sexueller Revolution gegen den Krieg wollten wir nichts wissen. Wir waren vielmehr gegen die Vermarktung der Frauen in den Massenmedien. Und nicht nur das. Wir waren gegen die Kommerzialisierung von Sex durch die Frauen selber. Ohne Geldausgeben keine Befriedigung. Wir waren gegen die unterdrückte natürliche Sexaggressivität der Männer. Die damalige nichtbürgerliche Kunstszene war nämlich vollkommen von Sexwut erfüllt, die man mit Alkohol auslöschte. Das heisst, in meinen Pin–ups gab es auch Wut gegen die Frauen. Bei mir persönlich standen die Pin–up–Konglomerationen auch für die Massengräber wie z.B. in Riga, wo meistens Frauen erschossen wurden. [3]
Und noch einmal Rudij Bergmann: In den Pin–up–Girls erkannte er das wahre Amerika. Doch trotz des gefährlichen voyeuristischen–doppelbödigen Spiels, das er treibt, geht es nicht um pralle Brüste. Mit Sex und Crime attackierte der Künstler jene gesellschaftlichen Obszönitäten, die zum Vietnamkrieg, zu Rassenunruhen und zur Neuformierung einer auch radikalen Linken führte. [4]
Wenn also Boris Lurie NS–Greuel neben die obszöne pornographische Konsumgesellschaft stellt, begeht er bewußt einen Tabubruch. Doch was will Boris Lurie damit erreichen? Und warum reduziert er das Bild des Obszönen ausgerechnet auf Frauen, auf Frauen als Huren? Die Versinnbildlichung des Kapitalismus, der Verkäuflichkeit, des Warendenkens und der Unterordnung von Sinnen und Gefühlen, von Sexualität und Freiheit, durch Frauenkörper, nackte Frauenkörper, ist jedoch kein Tabubruch. Die darin enthaltene sexistische Komponente hat nichts mit Aufklärung oder Erkenntnis zu tun. Sie ist selbst Teil gesellschaftlicher Konvention.
Die Kritik an den USA, am US–Kapitalismus als fortgeschrittensten, sozusagen avantgard-istischsten Ausdruck globaler Warenförmigkeit, wird nicht selten mit Klischees vorgetragen. Für die einen ist es die Wallstreet als Sitz des Weltjudentums, für die anderen ist es die Hure, die sich um des bloßen Profits willen verkauft. Doch die Kritik am Kapitalismus kann ja nicht die sein, daß alles käuflich ist und wir unser Denken und Handeln dieser Maxime unterordnen, sondern daß es sich um eine Gesellschaftsformation der Ausbeutung handelt, die Menschen nur nach Profitgesichtspunkten leben und sterben läßt.
Boris Lurie geht jedoch über die bloße Denunzierung des Kapitalismus als Hure hinaus. Er sieht den Zusammenhang zwischen Vermarktung von Frauen und Vernichtung von Menschen. Er stellt diesen Zusammenhang dar und bleibt dennoch an ein und demselben Motiv hängen. Wo bleiben die anderen Formen der Ausbeutung, der Unterdrückung, der Rebellion, des Elends und des Kampfes gegen all diese unerträglichen Zustände? Vielleicht müssen wir in seinen Gedichten danach suchen.

Von den gotischen Lettern einer Schäferhündin

Der Band zur Ausstellung der Werke von Boris Lurie trägt den Titel "Geschriebigtes Gedichtigtes". So sperrig, wie sein Werk ist, ist mitunter auch seine Sprache. In Riga ist er auf eine deutschsprachige Schule gegangen, und obwohl er sie nach dem Zweiten Weltkrieg vergessen wollte, steckt sie – wie er schreibt – in seinem Blut. Wobei dieses Deutsch ein Baltendeutsch ist, das heute kaum noch eine oder jemand spricht. Boris Lurie pflegt dieses Deutsch, um seine Gedanken in all ihrer Gebrochenheit und Direktheit formulieren zu können. Zu den Worten kommt die Schrift. All seine Texte und Gedichte im Band "Geschriebigtes Gedichtigtes" sind in gotischen Lettern gesetzt. Auch dies soll zur Verstörung des Betrachters oder der Leserin beitragen.

Die Kunst kommt in der Nacht
stillstehend
plötzlich ihre schweren Damenbrüste offenbarend
aus dem alt–getrag'nen Häftlingskleid

Ich, keuchend nicht geschnappt werd'
auf dem Polte–Werke Küchenweg –
Kartoffelschale, er mir nüchtern bietend.
[5]

Die Texte von Boris Lurie aus den Jahren 1947 bis 1999 sind neben seinen Bildern und anderen Kunstwerken seine zweite wichtige Ausdrucksform. Diese Texte nehmen den größten Teil des nachgeschobenen Ausstellungskataloges ein. Es handelt sich größtenteils um Gedichte, oder sollte ich sagen, um in Versform gegossene Gedanken?

Zittern immer, sind doch da
die Stellen.
[6]

Andererseits handelt es sich auch um längere Texte, die beispielsweise von der Nacht im KZ Danzig–Stutthof handeln oder von seiner deutschen Schäferhündin Punch. Punch mochte keine kleinen Kinder, Obdachlose oder Hippies. Boris Luries Liebeserklärung an – wie er schreibt – die gute Ka–Zet Hündin ist so widerspruchsvoll und unaufgelöst wie sein ganzes Schaffen. Boris Lurie verweigert sich der Glattheit der Bilder und Gedanken, eben weil sich nur so das Ungeheuerliche mitteilt. Und in jedem Gedanken steckt eine Provokation, die ich nicht auflösen kann, vielleicht auch nicht will, die mir einfach fremd ist. Die Geschichte von Punch endet so: Mein Ka–Zet Wachhund "Punch" warf mir noch einen letzten liebevollen Blick zu, wo sie im Krankenhaus zum letzten mal, zum Sterben weggerollt wurde. Das tat sie wirklich, ihren Kopf zu mir aufhebend. Ich hatte so den starken Eindruck, dass der junge Krankenhaus Ka–Zet Arzt sie trotz meiner Veranlassung, sie doch liquidiert hat. Sie war hoffnungslos. Er war nachher gar zu zufrieden. Er schaute so wie, sogar hübscher aus, als der junge Dr. Mengele auf Fotos aus Auschwitz; ich hatte den bestimmten Eindruck, er war New Yorker Jude. [7]

Das Kunstgesetz der Ökonomie

Ende der 50er Jahre gründete Boris Lurie zusammen mit Stanley Fisher und Sam Goodman die NO!art–Bewegung. Einer der Triebkräfte dieser Bewegung war ein Kunstverständnis, das sich der Kommerzialisierung verweigerte. Boris Lurie hierzu in einem Gespräch mit Dietmar Kirves: Man kann immer was verkaufen, wenn es nicht zu unappetitlich ist. Das Unappetitliche ist jedoch viel schwerer zu verkaufen. Einen kleinen Markt gibt es dafür immer zu niedrigen Preisen. Der Künstler muss dann aber ein Kleingeschäftsmann werden, was genauso viel Zeit in Anspruch nimmt, wie auf andere Art und Weise zu arbeiten. Es gibt aber den "Grossen Markt": Wer da hineinkommt, wird Mitglied einer Gilde, einer Pyramide von Kunstbürokraten, Händlern, Spekulanten und Sammlern. Also, er wird Mitglied einer Industrie. Er muss sich an sie anpassen, darf sie nicht stören. Sein ästhetischer Bereich wird dadurch beschränkt. [8]
Oder in einem Dreizeiler von Boris Lurie zusammengefaßt:

Neues Gesetz der Oekonomie:
Alles, was verkauft wird,
geht verloren.
[9]

Boris Luries Kritik am kommerziellen Kunstbetrieb ist radikal. Und sein eigenes Kunstverständnis ist es nicht weniger.
Ich spreche zuviel von der Vergangenheit? Hier ist die große Kunst von "heute": der französische Schriftsteller Christian Didier (er sei ein unbegabter Schriftsteller und außerdem verrückt gewesen, schrieb die New York Times) besuchte den alten Vichy–Kollaborationsminister Bousquet, der die Gestapo davon überzeugt hatte, dass nicht nur jüdische Erwachsene, sondern auch minderjährige Kinder nach Auschwitz "ausgesiedelt" werden sollten. Monsieur Bousquet war schon 84, doch war er nie vor Gericht gestellt worden, er hatte viele Freunde, darunter auch, wie sich herausstellte, der Sozialisten–Präsident Mitterand, der öfters das Mittagessen bei ihm einnahm. Nun ging der Schriftsteller (untalentiert, sagte die Presse) zu Herrn Bousquet in seine Luxuswohnung im 16. Arrondissement und durchlöcherte ihn mit der Pistole, das heißt, er machte ein Kunstwerk [...]. Dann organisierte er ein Happening in einem Hotelzimmer, wo er in Anwesenheit der Pariser Presse und des Fernsehens erklärte, er sei stolz darauf, die Scheiße aus Frankreichs Angesicht entfernt zu haben, dies sei seine Kunst, auch wenn seine Bücher, vielleicht zu Recht, keinen Erfolg hätten. [...] Doch dieser [...] Künstler, dieser Verrückte und untalentierte Schreiber, jetzt hat er sein Talent nicht verfehlt – er hat Holocaust'sche Kunst gemacht statt yap–yap–yap. Das ist nicht Mord, das ist wirklich so, wie der Liebe Gott es haben wollte in der kargen Wüste. Avangardistische Kunst. Die gibt es noch. [10]
Diese Kunst ist in der Tat nicht käuflich.
Der moralische Impetus, Luries Empörung über den Zustand der Welt sowie die Parteilichkeit seiner Kunst wirken ungewohnt in einer Zeit der "Coolness" in der gegenwärtigen Kunst mit ihren kalkulierten Effekten und ihrer technischen Perfektion. Bei Lurie entsprechen die Bildkompositionen eher den Gedankensplittern spontaner Assoziation, schroff und ohne gleitende Übergänge. [11]
schreibt Matthias Reichelt zur Ausstellung in Buchenwald 1999. Dasselbe läßt sich ohne Zweifel auch von seinen Texten und Gedichten sagen. Versammelt ist dies alles in dem Band "Geschriebigtes-Gedichtigtes, NO!art in Buchenwald". Ergänzt wird der 470 Seiten starke Band durch Beiträge befreundeter Künstler aus der NO!art–Bewegung sowie durch Kommentare und Fotografien. Dieser Band ist im Eckhart Holzboog Verlag zum Preis von 24 Euro erschienen.
Und wenn Wladimir Majakowski gesagt hat, Kunst ist kein Spiegel, der die Welt abbildet, sondern ein Hammer, der die Welt formt, dann ist Boris Lurie der Praktiker, der durch sein Handeln verändern will: Nicht durch Nachgeben, Distanz, Kalt–Bleiben, Passivität oder durch Langeweile entsteht grosse Kunst – was immer uns die Zyniker erzählen –, sondern die geheimnisvolle Zutat ist etwas, was man schwer erlernen kann, nämlich Mut. [12]

Wie kommt Buchenwald zu Boris Lurie?

Volkhard Knigge, seit 1994 Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, schreibt in seinem Einleitungstext zum Boris Lurie–Band über den Künstler und seine Lebensgeschichte, daß der Begriff Lumpenproletariat für die doppelt Verratenen [stehe], zwischen Hitler und Stalin ganz oder beinahe Zerriebenen der Gewaltgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, die in einer Ideologie, egal ob sie östlicher oder westlicher Provenienz ist, sich nicht mehr beheimaten konnten. [13]
Gegen diese Interpretation setzte sich Boris Lurie dann doch heftig zur Wehr, als er Volkhard Knigge im August 2000 schrieb: Wenn ich das geschrieben haette, haette ich gesagt–– "zwischen Hitler und den U.S.A. ..." Statt "oestlicher und westlicher politischen Provenienz ..." haette ich gesagt, statt faschistischer oder westlichen politischen Provenienz. "Stalin" ist fuer mich kein revolutionaeres Schreck-gespenst, doch auch derjenige, der "eigenhaendig" die Welt vom faschistischen Mord befreit hat. (Dabei sind auch manche meiner Verwandten in den Gulags umgekommen). [14]
An anderer Stelle wird Boris Lurie deutlicher: Falls es Stalin nicht gegeben hätte, dann wäre ich doch nicht am Leben geblieben! [15]
Was hier nur durchschimmert, ist eine Auseinandersetzung um eine Interpretation der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Wo Volkhard Knigge von einer Gewaltgeschichte schreibt, mit Anklängen an die in der 90er Jahren wieder hoffähige Totalitarismustheorie, widersetzt sich Lurie auch hier dem mainstream. So, wie er Judenvernichtung und Frauenkonsum zusammenbringt, ist ihm durchaus der Zusammenhang zwischen normalkapitalistischen Zuständen und faschistischen Ausnahmezuständen bewußt. Ein Zusammenhang, der bei Knigge einfach fehlt. Selbst wenn Boris Lurie Verwandte in Stalins Gulag verloren hat, weiß er, daß die Sowjetunion eben kein imperialistischer Staat war und daraus auch das moralische Recht gezogen hat, den Hitlerfaschismus entscheidend geschlagen zu haben. Die Alliierten landeten erst dann in der Normandie, als die Rote Armee im Osten an den Grenzen Deutschlands stand.
Eine Ausstellung wie die der Werke Boris Luries in Buchenwald wäre in den 80er Jahren noch nicht möglich gewesen. Der Zusammenbruch der DDR und der Sowjetunion eröffnete dem neuen deutschen Großmachtsstreben auch in ideologischer Hinsicht völlig neue Perspektiven. Die Geschichte konnte nun auf eine Weise geschrieben werden, ohne sich permanent am anderen deutschen Staat zu reiben. Die DDR–Geschichtsschreibung legte nämlich immer wieder den Finger auf den wunden Punkt: die Nazis haben die Macht nicht erobert, sondern übertragen erhalten. Kapitalismus und Faschismus sind sich nämlich nicht wesensfremd.
Geschichte und Geschichtsschreibung geschehen nun einmal nicht im herrschaftsfreien Raum. Geschichtsschreibung ist immer auch Interpretation, Legitimation und Identitätspolitik. Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus konnte in den 90er Jahren unter anderen Vorzeichen ganz neue und durchaus auch widersprüchliche Ergebnisse hervorbringen.
— Erstens waren Täter und Mitläufer weitestgehend ausgestorben oder im politischen Diskurs irrelevant geworden.
— Zweitens konnte nach dem Zusammenbruch der DDR völlig neu über Handlungsspielräume deutscher Politik debattiert werden. Damals Jugoslawien, heute Afghanistan, ja sogar – nach den durchaus mehrheitsfähigen Vorstellungen von Peter Struck – wieder die ganze Welt.
— Drittens ergaben sich aus dem Zusammenbruch der Sowjetunion neue Konstellationen im innerimperialistischen Konkurrenzkampf, der jetzt offener ausgetragen werden kann, weil es keine Dritten wie die Sowjetunion mehr gibt.
— Viertens hat sich seit Ende der 60er Jahre ein ideologischer mainstream herausgebildet, der durchaus Interesse an der Aufarbeitung der Vergangenheit hat, zum Teil auch deshalb, weil sich dieses positive Verhältnis zur Aufarbeitung ideologisch nutzen läßt. Siehe Joschka Fischer, der im Kosovo Auschwitz gefunden haben will.
— Fünftens barg die Abwicklung der DDR–Geschichte auch die Möglichkeit in sich, eindeutig antifaschistische Positionen zurückzudrängen und verallgemeinernde Theorien zu präsentieren, um ein Geschichtsbild zu bedienen, das eigentlich widerlegt war. Statt vom Faschismus wird dann eben von Gewaltgeschichte (welche auch den Stalinismus beinhaltet) gesprochen. Rechte und linke Ideologien werden hübsch zusammengeschnürt unter neuen altbekannten Etiketten wie der aufgewärmten Totalismustheorie. Volkhard Knigge grenzt sich zwar von derart allzu plumpen Versuchen ab, dennoch arbeitet auch er am Programm der Umdeutung der Geschichte mit.
Zur Abwicklung der DDR gehörte auch, Geschichte umzuschreiben. Straßennahmen wurden genauso verändert wie die Sinngebung von Gedenkstätten. Westdeutsche Wissenschaftler, eifrig erprobt in kapitalismusfreundlicher Interpretationsgabe, vertrieben die Lehrstuhlinhaber der DDR, und das nicht nur bei eng mit dem Regime verbundenen Historikern. In Buchenwald sah das dann so aus, daß neben dem offiziellen Antifaschismus der DDR ein pluralistisch differenziertes Bild erarbeitet wurde. Denn in Buchenwald internierten die sowjetischen Machthaber nach 1945 Nazis, Kollaborateure und sicher auch manch Unschuldige. Nach 1945 wurden aufgrund alliierter Beschlüsse Mitglieder der NSDAP, SS, Gestapo, SD und anderen vorläufig interniert und teilweise verurteilt. Als Internierungslager wurden in Ost und West auch Anlagen der Konzentrationslager benutzt. So auch in Buchenwald, wo aufgrund von Hunger und Krankheiten Tausende Internierte starben. Um die Massengräber dieser Toten hatte sich in der DDR niemand gekümmert. Diesen zu gedenken, machte sich die Gedenkstättenleitung als staatsoffiziellen Auftrag zu eigen. Etwa 800 Metallstelen von 190 Zentimetern Höhe würdigen und gedenken dieser Internierten des Speziallagers, die zu 80% Nazis waren. Für Volkhard Knigge bedeutete dies, die Alltagsmenschen des Nationalsozialismus ins Auge zu fassen und NS–Geschichte nicht zu reduzieren auf Opfer einerseits und antifaschistische Helden andererseits. Diese Frage nach der alltäglichen Mitbeteiligung im NS, stellt sich natürlich bei den Häftlingen des Speziallagers am schärfsten. Die meisten, aber nicht alle von ihnen, waren Mitläufer des NS–Regimes, bis hin zu Funktionsträgern in niederen Rängen, auf jenen Rängen, die von den Amerikanern zwar nicht unbedingt interniert, aber auch nicht ohne weiteres entnazifiziert worden wären. Es gilt sie in ihrer doppelten Bedeutung zu erinnern, nämlich einmal tatsächlich als Opfer des Stalinismus, als Häftlinge in einem Schweigelager, in dem man keine Rechtsmittel hatte, in dem die Ernährungs– und hygienischen Verhältnisse teilweise katastrophal waren, so katastrophal, dass viele an ihnen starben. [16]
Also, erst einmal: Opfer des Stalinismus sind sie nicht gewesen. Die Rote Armee als Besatzungsmacht hatte ja wohl jedes Recht, die Mörder und ihre Helfershelfer festzuhalten. Was die Amerikaner taten, ist [in dem von Knigge angeführten Zusammenhang] irrelevant, einmal abgesehen davon, daß sehr schnell alte Nazis von den US–amerikanischen Behörden protegiert wurden. Von Rechtsmitteln in diesem Zusammenhang zu reden, ist irreführend, weil es ein funktionierendes Rechtssystem erst einmal einfach nicht gab. Und Hunger und Krankheiten gab es ja wohl 1945 überall, auch und nicht zuletzt in den von Deutschen zerstörten Gebieten Osteuropas und der Sowjetunion.
Die Metallstelen lenken also von etwas ab, indem sie etwas suggerieren und einfordern, was es schon alleine aufgrund der materiellen Verhältnisse nicht geben konnte. So funktioniert die Totalitarismustheorie auf einer suggestiven und emotionalen Erinnerungsebene.
Und so kommen wir zu Boris Lurie zurück. Eben weil Beliebigkeit bei Tätern und Opfern und zuweilen die Umkehrung der tatsächlichen Verhältnisse heute methodischer Standard sind, kann auch eine provokative Aussage wie die von Boris Luries Texten und Bildern Teil dieser Neukonzeptionierung von Gedenkstättenarbeit sein. Das muß nicht gegen Boris Lurie und die Ausstellung seiner Werke sprechen. Aber es sollte deutlich machen, wie zwiespältig pluralistische Erkenntnismethoden in Wissenschaft, Forschung und offizieller Gedenkpolitik sein können.

Von Besatzern und Knochengeld

Zum Schluß meiner heutigen Sendung zu Boris Lurie noch zwei Anmerkungen.
Volkhard Knigge sagte in einem im Jahr 2000 geführten Gespräch: Hier stellt sich auch das Problem, wie man mit so einem Verbrechen umgehen soll [also dem Nationalsozialismus]. Was sollen die Sieger tun? Am Anfang ist die sowjetische Praxis ja gar nicht so verschieden, d. h. die Amerikaner, Sowjets, Briten, Franzosen stehen gemeinsam vor der Frage: "Was macht man mit einem Volk, das für ein Staats– und Gesellschaftsverbrechen verantwortlich ist?" "Wie geht man damit um, dass man in den Konzentrationslagern solche furchtbaren, anschaulichen Beweise für die Verbrechen hat?" "Was tut man, wenn sich zeigt, dass man die Bevölkerung nicht austauschen kann, dass es einfach viel zu wenig Demokraten und Antifaschisten gegeben hat, um einen kompletten Elitenaustausch durchzuführen?" Buchenwald ist ein Ort, der solche Fragen aufwirft. Ich war z. B. sehr froh, als eine Bundeswehrgruppe aus Erfurt, die zu den KFOR–Truppen in den Kosovo sollte, auf das, was wir in Buchenwald zeigten, so reagierte: "Wir würden uns gerne anhand der Geschichte des Speziallagers mit der Frage beschäftigen ‘Gibt es eine gerechte Besatzung?', denn diese Frage kommt jetzt auf uns zu." [17]
Vielleicht hätte die Bundeswehrgruppe sich besser mit der Frage beschäftigt, wer aus welchem Interesse heraus beschlossen hat, Jugoslawien in seine ethnischen Einzelteile zu zerstückeln, um anschließend ethnische Säuberungen durchführen zu können. Jedenfalls hat die Beschäftigung mit dem Speziallager nichts gebracht. Die Bundeswehr ist entweder machtlos oder wohl eher unwillig, um dem Terror der legalisierten UÇK–Banden im Kosovo etwas entgegenzusetzen. Aber schon interessant, daß man sich als gerechter Besatzer empfindet, nachdem man einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien geführt hat. Darüber ist Volkhard Knigge froh?
Zweite Anmerkung. Auf Seite 208 des Bandes Geschriebigtes Gedichtigtes ist das vom Mitherausgeber Dietmar Kirves 1993 gestaltete Knochengeld abgedruckt. Dieses Knochengeld wurde in Teilen der Berliner Anarchisten–Szene als alternative Währung experimentell verwendet. Das Knochengeld basiert auf den Vorstellungen von Silvio Gesell, der als kleiner Kaufmann klassenbewußt im Zins und nicht etwa in der Ausbeutung das Grundübel des Kapitalismus sah. Die sich hieraus ergebenden tendenziell antisemitischen Positionen sollten nicht übersehen werden. Ob Dietmar Kirves der Zusammenhang klar war, weiß ich nicht.
Den Knochengeldfreunden in Berlin jedoch schon. Peter Bierl schrieb damals in der ÖkoLinx einen längeren Aufsatz und wurde deshalb zu einer Veranstaltung nach Berlin eingeladen. Im Rahmen eines sogenannten anarchistischen Bildungsprogramms war zuvor Klaus Schmitt aufgetreten. Dieser hatte zusammen mit dem Nationalrevolutionär Günther Bartsch das Buch Silvio Gesell – Marx der Anarchisten? verfaßt. Darin verteidigte Schmitt die eugenischen, frauenverachtenden und zinsfeindlichen Tiraden Gesells. Zur Veranstaltung von Peter Bierl erschien er gleich mit seiner Anhängerschar und als er nicht eingelassen wurde, zückte er seine Gaspistole und richtete sie auf die Umstehenden. [18]
Wenn Dietmar Kirves' Knochengeld Eingang in den Boris Lurie–Band findet, heißt das entweder, daß das politische Bewußtsein der NO!art–Künstlerinnen und Künstler seine Grenzen in einem eher anarchistischen Verständnis der Welt hat, welches den Schein (also das Geld) für die Wirklichkeit hält (den Kapitalismus). Oder es heißt, daß die künstlerische Provokation auch nicht vor antisemitischen Klischees Halt macht, um eine Sache darzustellen, die gewiß nicht antisemitisch ist. [19]
Vieles, was ich heute angesprochen habe, muß bruchstückhaft bleiben. Wer mehr über die NO!art–Bewegung erfahren will, findet ausführliche Informationen und auch Texte von Boris Lurie im Internet unter www.no-art.info.

Schluß: Jingle Alltag und Geschichte

Der von mir heute vorgestellte Band zur Ausstellung von Boris Lurie heißt Geschriebigtes Gedichtigtes. Die Ausstellung war vom Dezember 1998 bis zum Mai 1999 in der Gedenkstätte Weimar–Buchenwald zu sehen gewesen. Ergänzt wurde der Band durch Arbeiten von Freunden Boris Luries aus der NO!art–Bewegung. Der Band hat 470 Seiten mit 138 Abbildungen und ist im vergangenen Herbst im Eckhart Holzboog Verlag zum Preis von 24 Euro erschienen.

Diese Sendung könnt ihr in der Wiederholung am Montagabend nach den Deutschlandfunk-Nachrichten um 23 Uhr hören oder am Dienstag nach dem Radiowecker um 8 Uhr und noch einmal am Nachmittag ab 14 Uhr. Das Sendemanuskript gibt es demnächst auf meiner Homepage nachzulesen: www.waltpolitik.de. Für Fragen, Anregungen oder Kritik gibt es meine Voice–Mailbox bei Radio Darmstadt; die Telefonnummer lautet 87 00 192. Oder ihr schickt mir eine Email an kapitalverbrechen@alltagundgeschichte.de.
Die Zwischenmusik für meine heutige Sendung entstammt einer Studiosession von Leonard Eto und Budgie von den Creatures. Ich habe sie einer DVD entnommen, welche dem Album Hái der Creatures beigelegt war. Im Anschluß an diese Sendung könnt ihr Gerhard Schönberger mit seiner Sendung Nickelodeon hören. Am Mikrofon für die Redaktion Alltag und Geschichte auf Radio Darmstadt war Walter Kuhl.

ANMERKUNGEN:

[1] Rudij Bergmann : Mit der Wut der Verzweiflung, in: Boris Lurie, Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite 378–380; Zitat auf Seite 378–379. Der Artikel erschien ursprünglich in der Frankfurter Rundschau vom 9. Januar 1999.
[2] NO!art – Dietmar Kirves im Gespräch mit Boris Lurie, in: Boris Lurie, Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite 366–370; Zitat auf Seite 367.
[3] Ebenda, Zitat auf Seite 368.
[4] Rudij Bergmann : Andy Warhols armer Bruder, in: Boris Lurie: Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite 372–373; Zitat auf Seite 373. Der Artikel erschien ursprünglich in der Thüringer Allgemeinen vom 14. Dezember 1998.
[5] Text vom 2. November 2000, in: Boris Lurie, Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite 444.
[6] Text vom Juni 1996, in: Boris Lurie : Geschriebigtes Gedichtigtes, Seite 128.
[7] Boris Lurie : Die gute Ka–Zet Huendin [18. Juli 1999], in: Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite 346–347; Zitat auf Seite 347.
[8] Siehe Anmerkung 2; Zitat auf Seite 369.
[9] Text vom 3. April 1999, in: Boris Lurie : Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite 317.
[10] Boris Lurie : Anmerkungen zu Kunst, Leben und Politik, Seite 7. New York 1995.
[11] Matthias Reichelt: Boris Lurie, Werke 1946 – 1998, in: Boris Lurie: Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite 383–385; Zitat Seite 383. Der Aufsatz erschien ursprünglich im Kunstforum, Band 145, Mai/Juni 1999.
[12] Aphorismen zur NO!art–Bewegung.
[13] Volkhard Knigge : "... obwohl ich Goethe leider nicht gelesen habe, doch von Hitler viel zu spüren bekam." in: Boris Lurie : Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite VII–XV; Zitat Seite XIII.
[14] Boris Lurie : "... ich erlaube mir einige Bermerkungen ..." in: Geschriebigtes-Gedichtigtes, Seite XVI–XVII; Zitat Seite XVII.
[15] Siehe Anmerkung 10; Zitat auf Seite 12.
[16] Im Gespräch – Dr. Volkhard Knigge : "Die meisten Besucher halten Erinnerung für etwas ganz Authentisches". Der Text ist ursprünglich im Newsletter zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, Nr. 18, Frühjahr 2000, erschienen.
[17] Ebenda.
[18] Vergleiche hierzu:
— Jutta Ditfurth: Entspannt in die Barbarei, Konkret Literatur Verlag. Kapitel 4: »Der wahrhaft völkisch–gesinnte Mensch haßt den Klassengeist und möchte ein schönes Volksleben. Völkisches Empfinden duldet keine Zinsknechtung.« – Silvio Gesell, die Freiwirtschaftslehre und ihre AnhängerInnen. Im Buch auf Seite 74 ff.
— Anke Lehmann : Nachschlag zur Gesell–Debatte – Teil I: Klaus Schmitt zückt die Pistole, in: ÖkoLinx 16, Juli–September 1994, Seite 14–15.
— Peter Bierl : Nachschlag zur Gesell–Debatte – Teil II: Bakunin empfiehlt Marx, in: ÖkoLinx 16, Juli–September 1994, Seite 15.
— Unter dem Titel "Schaffendes" und "raffendes" Kapital ist auf den Internetseiten von Context XXI ein Text von Peter Bierl vorhanden, der auf Die Tauschringe, die Lehre des Silvio Gesell und der Antisemitismus näher eingeht.
— Siehe zu Silvio Gesell auch den analytisch lesenswerten Aufsatz von Robert Kurz : Politische Ökonomie des Antisemitismus, erschienen in Krisis, Heft 16/17 (1995).
[19] Nur um mögliche Mißverständnisse, die sich aus der Syntax meines Satzes ergeben könnten, auszuräumen: Ich meine damit die Werke von Boris Lurie. Die zugrunde liegenden Erfahrungen des nationalsozialistischen Rassenwahns sind natürlich antisemitisch motiviert.

AUSGEWÄHLTE LITERATUR ZUR SENDUNG:

Für diese Sendung habe ich neben dem Band Geschriebigtes/Gedichtigtes folgende Materialien herangezogen:
— Aphorismen zur NO!art–Bewegung.
— Ausstellung optimistic – disease – facility. INFO, 2003.
— Ausstellung optimistic – disease – facility. PRESSE, 2003.
— Peter Bierl : Nachschlag zur Gesell–Debatte – Teil II: Bakunin empfiehlt Marx, in: ÖkoLinx 16, Juli–September 1994, Seite 15
— Peter Bierl : "Schaffendes" und "raffendes" Kapital. Die Tauschringe, die Lehre des Silvio Gesell und der Antisemitismus.
— Conne Island : kulturreport II: Boris Lurie, New York – Buchenwald. 2003.
— Jutta Ditfurth : Entspannt in die Barbarei, Konkret Literatur Verlag. Kapitel 4: »Der wahrhaft völkisch–gesinnte Mensch haßt den Klassengeist und möchte ein schönes Volksleben. Völkisches Empfinden duldet keine Zinsknechtung.«
— Silvio Gesell, die Freiwirtschaftslehre und ihre AnhängerInnen. Im Buch auf Seite 74 ff. – Ein Anhänger Silvio Gesells hat dieses 4. Kapitel auf seiner Homepage veröffentlich.
— Jetzt erst recht: Kein Denkmal für Nazis! In: Antifaschistische Nachrichten, 1/2001.
— Im Gespräch – Dr. Volkhard Knigge: "Die meisten Besucher halten Erinnerung für etwas ganz Authentisches", 2000. In: Newsletter zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, Nr. 18, Frühjahr 2000.
— Robert Kurz: Politische Ökonomie des Antisemitismus. In: Krisis, Heft 16/17, 1995.
— Anke Lehmann : Nachschlag zur Gesell–Debatte – Teil I: Klaus Schmitt zückt die Pistole, in: ÖkoLinx 16, Juli–September 1994, Seite 14–15
— Boris Lurie : Anmerkungen zu Kunst, Leben und Politik. New York 1995.
— Boris Lurie: Einige schnelle Worte ..., 2003.
— Regina Neumann. [Rezension von Geschriebigtes-Gedichtigtes] in: Marburger Forum – Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart, Heft 6/2003.
— Pressemitteilung zu optimistic – diseasse – facility. Boris Lurie, New York – Buchenwald eine Ausstellung von Naomi Tereza Salom [muß heißen: Salmon]. 2003
— Interview mit Naomi Tereza Salmon. »Die Kameras sind alle Reflexionen, also Spiegel. Ich versuche nur zu vermitteln, was ich sehe und verstehe und auf eine Fläche widerzuspiegeln.« 2003.
— Ulrich Schneider : Rolle rückwärts – Politik mit der Vergangenheit, 1999. Beitrag aus dem von Johannes Klotz und Ulrich Schneider 1997 im Papyrossa Verlag herausgegebenen Buch "Die selbstbewußte Nation und ihr Geschichtsbild. Geschichtslegenden der Neuen Rechten".
— Umgestaltung und Verfall in der Gedenkstätte Buchenwald seit 1990. Berlin 1999.

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