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ANMERKUNGEN

ZU DEN GEDICHTEN VON BORIS LURIE

Von Armin Hundertmark (1999)

Publiziert in: linkBoris Lurie, Geschriebigtes – Gedichtigtes, Stuttgart 2003

Ende September 1999 erhielt ich von Boris Lurie ein Fax mit der Bitte, eine kleinere Einleitung oder einen Artikel für sein Gedichtbuch zu schreiben. Habe ihm zurückgefaxt: Werde versuchen, was zu schreiben für Dein Buch.
Vorher bekam ich schon viele Faxe von Boris. Unter anderem sollte ich Günter Brus auffordern, eine Zeichnung für sein Gedichtbuch zu machen. Kurze Zeit später kam Günter Brus nach Köln, weil der Du Mont Verlag ein Buch von Günter herausbringen will. Günter kam in meine Galerie. Vorher hatten wir eine Edition besprochen, die er für mich machen wollte. Ich gab Günter den NO!-art Katalog der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin. Ein kleine Radierplatte hatte ich noch in der Galerie und einen Stichel. Beides gab ich Günter. Er ging in eine Eckkneipe. Nach Galerieschluss sollte ich nachkommen. Als ich in die Kneipe kam, sass er mit einem Kölner Künstler an der Theke. Seine Sachen lagen auf einem Ecktisch. Günter hatte dort die Radierplatte fertig gemacht. Wir überlegten einen Titel und die Form wie wir die Radierung herausgeben sollen.
Vor etwa zehn Jahren gab mir Boris einige Gedichte zu lesen. Ich sollte ihm sagen, was ich davon halte. Ich sagte ihm, dass ich kein Literaturkritiker sondern Kunstverleger bin. Zwischendurch bekam ich immer mal wieder Kopien von neuen Gedichten, so dass ich mich nach und nach in die Gedichte reinlesen konnte. Boris hat sie mit großer Beharrlichkeit weiter geschrieben. In einer manchmal „altdeutschen“ Sprache. Beim Lesen spürt man sein grosses Wissen und das Schicksal, das er erlitten hat. Er macht aus seinem persönlichen Erleben Mitteilungen, die weit darüber hinaus gehen. Sie mahnen, rütteln auf, sind manchmal anrührend, naiv und krass und lassen einen nicht gleichgültig.
Boris habe ich als bildenden Künstler kennengelernt. 1974 machte er Multiples für meine Edition. 1976 gab ich die Zeitschrift „AUSGABE“ heraus. Ich bat ihn, etwas für die Zeitschrift zu schreiben. Schon bald bekam ich Texte von ihm, die ich auch abdruckte. Es waren Texte über die NO!-art Gruppe. Später schrieb mir Boris und fragte, ob ich nicht eine Sondernummer meiner „AUSGABE“ über die NO!-art Gruppe publizieren wolle. Ich sagte zu. Nun überhäufte mich Boris mit Texten und Fotos seiner Arbeiten und den von vielen anderen. Später machte Dietmar Kirves daraus ein Buch. Das gab ich 1988 heraus.
So habe ich mich schon lange und viel mit den Bildern und Schriften von Boris Lurie beschäftigt.

ARMIN HUNDERTMARK: The Edition and Gallery Hundertmark pleased to present Fluxus Art, Concrete and Visual Poetry and Vienna Actionism Art. A lot of publications are published since the foundation of the Edition Hundertmark. The first Edition is published in 1970. You`ll find a choice of publications on the following sites http://www.hundertmark-gallery.com/

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