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BORIS LURIEText zum Fernsehportrait |
Von Rudij Bergmann |
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Sendung am 6. November 1996, 22.15 - 23.00 in SÜDWEST 3 |
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Boris Lurie - angekommen in New York vor über fünfzig Jahren... Im Gepäck die drückende Last Erinnerung... an die jüngere Schwester zum Beispiel ... Gegenwart und Vergangenheit... Wie die Mutter, auch die Schwester 1941 von den Nazis in Riga verschleppt. Auch sie haben ein Grab in den Lüften. |
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Rudij Bergmann: Der Muse(e)nfreund. Hektisch ist er nicht, der 1943 im Rheinland geborene Filmemacher und Kunstliebhaber Rudij Bergmann, wie man es von einem echten Fernsehmann erwartet hätte. Und er hat so viel zu erzählen, dass es schwierig ist, in seinen umtriebigen Gedankenfluß ein wenig Stringenz zu bringen. Über seine Jugend und Schulzeit schweigt sich der Autor beeindruckender Künstlerdokus zunächst aus. Erst nach Abschluss der Schule scheint es interessant geworden zu sein. Denn Bergmann wollte Schriftsteller werden, und veröffentlichte Gedichtbände. Seine eigentliche Liebe aber galt damals der Politik. Sein Engagement war so stark, dass er selber es als sein „ alter ego“ bezeichnet und das auch der Grund ist, warum er aus der Heimat später in den Südwesten zog. Und er vertrieb er sich die Zeit als Weltenbummler und Bohemien in Köln. „Ich wollte immer Dichter sein“, erklärt Bergmann, daher verkehrte er vorzugsweise in Künstlerkreisen, war aber zwischendurch auch einmal für drei Tage Filialleiter eines Feinkostgeschäftes. Sogar in dunklen rauchigen Jazzkellern spielte er Freejazz auf seinem Saxophon, - „ich führe noch immer ein ZickZackleben“. Durch sein Elternhaus erfuhr er eine gewisse politische Vorbildung, die das Kind Rudij Bergmann durch das Studium der Stücke Camus erweiterte. Die Bühne hat ihn weitergebildet.
Quelle: http://www.swo.de/textdesignbergmann1.html |